Employer Branding, Unkategorisiert, Wertemanagement
Unternehmenskultur: Definition, Nutzen & Kritik

Macht euch die Definition eurer Unternehmenskultur wirklich erfolgreich? 

Unternehmenskultur definieren? Wozu?



Organisationskultur

Eure Unternehmenskultur

Indem ihr als Team über eure Unternehmenskultur, also über euer Miteinander sprecht, habt ihr die Chance eure Reibungen, Probleme und Unwuchten zu identifizieren und nachhaltig dafür zu sorgen, dass ihr mit voller Kraft an einem Strang zieht. Denn wie unzählige Studien belegen, ist ein Unternehmen nur erfolgreich, wenn das Team gut miteinander arbeitet. Wenn ein Teil der Belegschaft sich nur wegen des Geldes zur Arbeit schleppt, dann sind keine Höchstleistungen zu erwarten, sondern Dienst nach Vorschrift, hoher Krankenstand und Fluktuation.

Unternehmenskultur definieren ist also alles andere als ein: „Kann man machen, braucht man aber nicht“, sondern die Möglichkeit Probleme an der Wurzel zu packen und langfristig zu lösen. Und wenn es im Unternehmen gut läuft, dann spart das nicht nur Zeit und Geld, sondern bringt deutlich mehr Gewinn ein. 

Wir zeigen euch, was ihr dafür braucht. Und dass ihr schon in kurzer Zeit mit wenig Aufwand richtig was verändern könnt.



1. Was ist Unternehmenskultur?

Definition Unternehmenskultur:

Unternehmenskultur beschreibt, wie die Menschen eines Unternehmens miteinander umgehen, welche Werte, Normen, Strukturen und Verhaltensweisen das Unternehmen prägen und wie die Organisation nach außen hin wirkt.

Beschreibung Unternehmenskultur:

Einfach erklärt: Der Begriff Unternehmenskultur beschreibt die Atmosphäre in und um ein Unternehmen durch verschiedene Faktoren wie Werte, Umgangsformen, Regeln, Style, Machtstrukturen, Prozesse, Kommunikationsweisen, Belohnungssysteme. In jedem Unternehmen wird eine andere Kultur gelebt.

Wie zeigt sich Unternehmenskultur?

Gehen die Mitarbeitenden miteinander eher förmlich zurückhaltend oder lässig und offen um? Gibt es strikte Hierarchien oder eher Selbstorganisation und Mitbestimmung? Krawatte oder Sneakers? Gibt es Prozesse, die um jeden Preis kritiklos eingehalten werden müssen oder arbeiten alle stets konstruktiv daran, Prozesse zu optimieren? Ist die Einrichtung eher grau und seriös oder bunt und modern oder wird darauf gar keinen Wert gelegt? Wird offen kommuniziert oder hinter vorgehaltener Hand? Bekommt der den Bonus, der sich gegen die anderen durchgesetzt hat oder wird das ganze Team belohnt? 

Du siehst: ähnlich wie bei der Beschreibung der Kultur eines Landes fließen in die Definition einer Unternehmenskultur sehr viele, sehr unterschiedliche Praktiken, Strukturen und Haltungen mit ein, die zusammen Look & Feel eines Unternehmens ausmachen.

Jeder Unternehmenskultur zu Grunde liegen die Werte des Unternehmens und natürlich die seiner Mitarbeitenden; also das, was die Menschen für wichtig erachten.

Definition Unternehmenskultur Grafik

Unternehmenskultur definieren

Das Wichtigste zuerst: die Definition eurer Organisationskultur bedeutet nicht einfach nur Worte für den Ist-Zustand eures Miteinanders zu finden! Nein – es geht vor allen Dingen darum den Soll-Zustand zu definieren. Also: die Kultur, die euer Unternehmen und die Menschen darin maximal erfolgreich macht. 

Und – ganz wichtig: wie ihr da hinkommt. Mit welchem Verhalten könnt ihr das in eurem Unternehmen täglich umsetzen? Wie werdet ihr als Unternehmen, als Team zu Top Performern?



Beratung Organisationskultur

Warum ist Unternehmenskultur wichtig?

Unternehmenskultur scheint ein sehr weiches Thema zu sein, bei dem man sich fragt, ob es denn nun wirklich so wichtig ist. Und ja: das ist es! Aber warum? Weil es direkten Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg deines Unternehmens hat.

Performance

Die Kultur deines Unternehmens hat konkrete Auswirkungen auf dessen Performance: Sie kann den Anforderungen, die Kundschaft und Umwelt an deine Organisation stellen entgegenkommen, aber auch bremsend wirken. Beispiel gefällig? Müssen Kundenwünsche sehr schnell umgesetzt werden, dann ist eine bürokratische Kultur eher hinderlich. Wohingegen Mitarbeitende, die schnell selbst entscheiden können, hilfreich sind.

Mitarbeitermotivation

Ein weiterer Punkt ist die Motivation der Mitarbeitenden, denn dies ist einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg deines Unternehmens überhaupt: Fühlen sich die Menschen in deinem Unternehmen wohl, so gehen sie deutlich engagierter zu Werke als Menschen, die innerlich schon lange gekündigt haben. 

Mitarbeiterbindung

Und nicht nur auf die innerlichen Kündigungen, hat eure Unternehmenskultur Einfluss, sondern auch auf die Mitarbeiterbindung, denn sind Atmosphäre und/ oder Rahmenbedingungen kontraproduktiv, wechseln Mitarbeitende schnell das Unternehmen.

Nachwuchs

Besonders für Angehörige der jüngeren Generationen haben Arbeitsatmosphäre, Werte und Sinnhaftigkeit bei einem Arbeitgeber einen sehr hohen Stellenwert. Sucht dein Unternehmen Nachwuchs, dann lohnt sich ein Blick auf die eigene Unternehmenskultur. Nur so gelingt authentisches Employer Branding.

In unserem Artikel Unternehmenskultur & Kulturwandel: Definition, Beispiele & 11 Schritt Tutorial erfährst du alles zum Thema Unternehmenskultur und wie du sie messen und verändern kannst.



Was ist eine positive Unternehmenskultur? 

Eine Unternehmenskultur ist dann hilfreich, wenn sich die Menschen in der Organisation damit wohlfühlen und wenn sie gleichzeitig die Grundlagen legt, um den Herausforderungen in der Umwelt heute und in der absehbaren Zukunft gewachsen zu sein.

Diese Definition bringt zwei zentrale Aspekte auf den Punkt:

  1. Wohlfühlen der Mitarbeitenden – also emotionale Sicherheit, Identifikation, Zugehörigkeit.
  2. Zukunftsfähigkeit der Organisation – also Orientierung, Handlungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit im Außen.

Beides zusammen ist der Maßstab: Eine Kultur, die nur kuschelig ist, aber nicht zur Zielerreichung beiträgt, greift zu kurz. Umgekehrt gilt das Gleiche: Reine Effizienz ohne kulturelle Passung erzeugt Frust und Fluktuation.

Was ist eine gute Unternehmenskultur

2. Warum ist es wichtig, eure Unternehmenskultur zu definieren?



2.1. Klarheit: 

Wie eure klar definierte Unternehmenskultur hilft, das Verhalten der Mitarbeitenden zu lenken

Viele Unternehmen beschreiben ihre Unternehmenskultur mit blumigen Worten wie Wertschätzung, Teamgeist, Innovation. Klingt super und wird auf die Webseite gepackt, auf dass Kundschaft und neue Mitarbeitende von soviel innerer Schönheit angelockt werden. Hier ist die Definition der Unternehmenskultur für die Außenwelt verfasst worden. 

Jedoch ist eine gut beschriebene Kultur für die Innenwelt des Unternehmens mindestens genauso wichtig!  Warum?

Orientierung

Mit einer gut definierten Unternehmenskultur kannst du deine Mitarbeitenden in die Lage versetzen, selbstständig UND im Sinne eurer Unternehmensziele zu handeln. Dafür solltet ihr eure Zielrichtung definieren, damit klar ist, wo eure Reise hingehen soll. Und ihr braucht eine Beschreibung, welches Verhalten in welchem Rahmen gewünscht ist. Zum Beispiel:

  • Darf ich allein entscheiden oder muss ich meine Chefin fragen?
  • Ist bei uns eher Flexibilität gewünscht oder Disziplin und Regeleinhaltung?

So habt ihr ein gemeinsames Verständnis davon, wie die anstehenden Aufgaben zu erledigen sind. Das erleichtert Mitarbeitenden und Führung gleichermaßen die Arbeit.

Und auch Onboarding-Prozesse verlaufen sehr viel geschmeidiger für alle Beteiligten, wenn Menschen, die neu ins Unternehmen kommen gleich wissen, wie der Hase läuft.

Gewünschtes Verhalten

Ich ziehe mal eine Analogie heran, um zu verdeutlichen wie die Definition eurer Unternehmenskultur sich auswirkt. 

Eine gut beschriebene Unternehmenskultur gleicht der Leitplanke auf einer Autobahn: Die (Ziel-)Richtung in die ihr fahrt ist klar und die Fahrbahn ist durch die Leitplanke definiert. In diesem Rahmen können die Fahrenden auf die aktuelle (Verkehrs-) Situation selbstständig reagieren; zum Beispiel durch Fahrspurwechsel, Geschwindigkeit, überholen.

Ist ein solcher Rahmen jedoch nicht klar kommuniziert, so müssen Führungskräfte und Mitarbeitende permanent abstimmen, ob geplante Handlungen in Ordnung sind. Das ist nicht nur zeitraubend für alle, sondern Mitarbeitende fühlen sich dadurch auch oft gegängelt.

Feedback

Wenn ihr euch auf Dinge wie Zielrichtung und Verhalten geeinigt habt, dann ist auch klar, welches Verhalten nicht erwünscht ist. Und wenn es mal anders läuft, dann habt ihr eine Grundlage einander Feedback zu geben: ihr könnt immer vergleichen, wo ihr steht im Vergleich zu dem, was ihr euch vorgenommen habt.

Durch das gemeinsame Definieren eurer Unternehmenskultur könnt ihr aber auch über Verhalten sprechen, dass eher unbewusst passiert. So habt ihr großen Einfluß darauf euer Miteinander für alle positiv zu gestalten.

Fehlerquelle

Ganz wichtig: natürlich muss die von euch definierte Unternehmenskultur auch gelebt und integriert werden. Und zwar von allen! Wenn zum Beispiel offiziell gewünscht wird, dass ihr selbstständig handelt und Entscheidungen trefft, der Chef sich jedoch bei jeder noch so kleinen Entscheidung einmischt, dann bleibt die Beschreibung eurer Unternehmenskultur nichts weiter als eine Ansammlung frommer Worte. 

Kritik


2.2. Kommunikation und Identität: 

Warum ihr durch die Definition eurer Unternehmenskultur eine starke Identität entwickelt. 

Identität bedeutet unter anderem auch Zugehörigkeit. Menschen, die sich mit ihrem Verein oder ihrem Hobby identifizieren, leisten auf diesen Gebieten viel und stellen in ihrer Freizeit unbezahlt Großes auf die Beine. Ein Elan von dem die meisten Unternehmen nur träumen können. 

Identifikation entsteht aber nicht, wenn sich euer Geschäftsführer mit zwei Bereichsleiterinnen im Kämmerlein zusammen setzt und verfügt wie eure Unternehmenskultur zu sein hat. Wo soll da Zugehörigkeitsgefühl entstehen? Ganz anders läuft es, wenn die Mitarbeitenden selbst nach ihren Werten, Perspektiven, Herausforderungen und Erwartungen gefragt werden. Wenn alle sich einbringen können und Leitbild und Kulturdefinition mit gestalten, sodass wirklich jede*r im Unternehmen das Gefühl hat „wow, ich war dabei!“, dann können sie sich auch damit identifizieren. Hier ist ganz klar der Weg das Ziel.



Unternehmenskultur definieren

2.3. Rekrutierung und Mitarbeiterbindung: 

Wie eure gut formulierte Unternehmenskultur die richtigen Talente anzieht und Mitarbeiter langfristig bindet.

Recruiting

Employer Branding ist wichtig, keine Frage. – Eine gut formulierte Unternehmenskultur kann auf Webseite und Karriere – Portalen sehr positiv wirken und potentielle Mitarbeitende anziehen. Das bringt aber nur Punkte, wenn die dort beschriebene Kultur im Unternehmen tatsächlich auch gelebt wird. Denn wenn die neue Mitarbeiterin durch die positive Beschreibung hohe Erwartungen an die Unternehmenskultur hat und dann eine völlig andere Situation vorfindet, ist niemandem geholfen. Es kostet alle Beteiligten nur Zeit, Geld, Arbeit und Nerven, wenn die neue Mitarbeiterin nach zwei Monaten enttäuscht wieder kündigt. 

Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch enorm teuer: 

  • Das Recruiting muss zweimal bezahlt werden.
  • Die Kosten für die Einarbeitung fallen doppelt an: Dies sind nicht nur Kosten für die neue Mitarbeiterin, sondern auch für die Kolleg*innen, die dafür Zeit investieren und ihre normale Arbeit nicht machen können.
  • Auch die Dinge, die in einer Einarbeitungsphase naturgemäß noch nicht rund laufen und die dann korrigiert werden müssen, kosten Arbeitszeit.
  • Der Frust der Mitarbeitenden, wenn sie die Arbeit doppelt machen müssen kostet Motivation.
  • Unter Umständen gibt es noch eine schlechte Arbeitgeber Bewertung dazu.

Das heisst: 

Eine unrealistische Beschreibung eurer Unternehmenskultur kostet dein Unternehmen richtig viel Geld!

Talente binden

Was bedeutet das für dich? Das bedeutet, dass es nicht genügt, die richtigen Talente anzuziehen, du musst auch dafür  sorgen, dass sie im Unternehmen bleiben!  

Aber: Eine gute definierte Unternehmenskultur allein bindet keine Mitarbeitenden; um das zu tun muss die beschriebene Kultur tatsächlich gelebt werden. Dazu braucht es alle im Unternehmen: In jedem Team sollte das Thema Unternehmenskultur durchdiskutiert werden. Besprecht miteinander mit welchen konkreten Handlungen eure Kultur in eurem Alltag gelebt werden kann. 

Trend Unternehmen


Unternehmenskultur Up to date halten

Idealerweise gibt es einen permanenten Kulturprozess. Ein erstmaliger Kulturprozess dauert ungefähr anderthalb Jahre. Danach braucht es unseres Erachtens ein festes Team, das sich weiterhin mit dem Thema Unternehmenskultur auseinandersetzt. Denn die Kultur eines Unternehmens verändert sich, besonders in bewegten Zeiten wie unseren. Wenn das Unternehmen sich wandelt oder an neue Gegebenheiten anpasst, dann ändert sich auch die Kultur. 

Und deshalb lohnt es sich am Ball zu bleiben: 

  • in den Teams immer wieder zu reflektieren, 
  • die Beschreibung der Unternehmenskultur up zu daten
  • und die konkreten Handlungen zu definieren.
Unternehmenskultur Faktoren

3. Wie lässt sich Unternehmenskultur beschreiben?

Warum es wichtig ist so konkret wie möglich zu werden.

1. Werte definieren

Die meisten unserer Kund*innen lieben es, ihre Unternehmenskultur zu beschreiben, indem sie Werte nennen. Wir hören dann Worte wie: „innovativ“ oder „kundenzentriert“. Klingt super, nur bringt so ein Wert herzlich wenig, wenn er nicht mit einem Leitsatz unterlegt wird.



2. Leitsätze definieren

Leitsätze definieren das Verhalten, dass aus einem Wert hervorgeht. Wie solltet ihr aufgrund des Wertes agieren und miteinander umgehen?

Du kannst dir das Verhältnis von Werten, Leitsätzen und Verhalten bildhaft vorstellen: ein Kreis stellt den Wert dar. Ein zweiter Kreis umgibt den Wert – das ist der Leitsatz. Ein weiter Kreis, der den Leitsatz umschliesst symbolisiert das Verhalten.

Wert Leitsatz Handlung


Team-Orientierung beispielsweise kann mit folgenden Leitsätzen ausgestattet werden:

  • Wir gehen auf Augenhöhe miteinander um, egal welche Hierarchieebene.
  • Wenn wir einander etwas versprochen haben, dann halten wir uns zuverlässig daran.
  • Wir geben regelmäßig unsere Informationen ins Team weiter.

Das sind konkrete Handlungs-leitende Leitlinien.

3. Verhalten definieren

Nun heißt es: noch konkreter werden! Also, in welchen Situationen sollte – basierend auf den Leitsätzen – wie genau gehandelt werden?



Beispiele für Verhalten im Sinne von Team-Orientierung:

  • Die Serviceabteilung hält den Vertrieb über mögliche Kundenbedarfe auf dem Laufenden.
  • Es gibt ein Problem und Leute aus verschieden Abteilungen bringen sich ein, um das Problem gemeinsam zu lösen. 

4. Wozu Unternehmenskultur in Mission und Vision integrieren?

Wie Mission und Vision die Unternehmenskultur widerspiegeln und verstärken sollten. 

Definition Mission und Vision

Die Mission – Der Auftrag

Die Mission, der Purpose, also der Grund, warum das Unternehmen da ist. Bei einem Automobilunternehmen beispielsweise könnte das sein: „Wir machen Menschen mobil und zwar selbstbestimmt.“

Die Vision – Die Richtung

Die Vision beschreibt, wo das Unternehmen in drei, vier oder fünf Jahren sein will. Ein Beispiel: ein Immobilienunternehmen aus Hannover möchte dort in allen relevanten Dienstleistungsbereichen marktführend sein. 

Wie kann eure Unternehmenskultur eure Mission und Vision widerspiegeln?

Wenn du in deinem Unternehmen einen Kulturprozess startest, sollten Mission und Vision bereits feststehen. 

Bevor die Mitarbeitenden nach Werten befragt werden, sollten die Definitionen von Mission und Vision noch einmal deutlich aufgezeigt werden. Schliesslich sollte die angestrebte Unternehmenskultur (Frage 3 siehe unten) dazu beitragen, dass das die Mission gelebt und die Vision erreicht wird.

Auf Basis dieser Ausrichtung werden dann folgende Fragen gestellt:

  1. Welche Werte haben die Menschen im Unternehmen persönlich?
  2. Welche Werte werden im Unternehmen aktuell gelebt?
  3. Welche Werte braucht es, damit das Unternehmen in Zukunft erfolgreich sein kann?


Unternehmenskultur

5. Die Komponenten der Unternehmenskultur: 

Welche Kultur- Faktoren solltet ihr beschreiben?

Unternehmenskultur klingt erstmal wenig greifbar, jedoch zeigt sie sich auf verschiedenen Ebenen.

  1. Verhaltensweisen, Regeln und Rituale

Hier geht es darum, wie ihr miteinander umgeht, welche ungeschriebenen Normen gelten und welche wiederkehrenden Abläufe Teil eures Alltags sind. Gemeinsames Frühstück, täglicher Austausch im Team, die Art, wie Fehler besprochen werden – all das formt das interne Klima. 

  1. Symbole und Arbeitsumgebung

Die Ausstattung, der Stil der Räume, die Kleidung, die ihr bei der Arbeit tragt und Statussymbole senden Botschaften darüber, wie man im Unternehmen sein kann und soll. Offene Räume oder Einzelbüros? Legere Kleidung oder formeller Dresscode? Firmenwagen oder Fahrrad? Solche Elemente spiegeln eure Kultur. 

  1. Macht, Entscheidung und Verantwortung

Wer hat wie viel Einfluss, wer trifft Entscheidungen und wie ist Verantwortung verteilt? Werden Entscheidungen von oben verkündet oder dezentral getroffen? Haben Mitarbeitende Raum für Eigenverantwortung oder hält die Führungskraft die Fäden in der Hand? 

  1. Organisationsform und Prozesse

Dazu gehören Strukturen, Abläufe, Zuständigkeiten und Arbeitsformen: Linien- oder Matrixorganisation? Gibt es agile Teams? Wie fest definiert oder flexibel sind Prozesse? Wie vernetzt sind die Bereiche? Diese Merkmale prägen, wie effektiv und angenehm das Arbeiten ist. 

  1. Werte

Werte sagen aus, was (den Menschen) im Unternehmen wichtig ist. Werte wie Klarheit, Innovation, Nachhaltigkeit oder Leistung beeinflussen, welchen Bereichen im Unternehmen Aufmerksamkeit geschenkt wird und welches Verhalten honoriert wird. 

  1. Belohnungssysteme

Welche Leistung wird wie gewürdigt? Werden Einzelne oder das Team belohnt? Gibt es feste oder variable Vergütungsmodelle? Empfinden Mitarbeitende das Belohnungssystem als transparent und fair oder fühlen sie sich ungleich behandelt? Hier wird Kultur sehr konkret spürbar. 

  1. Kommunikation

Kommunikation hat großen Einfluss auf die Atmosphäre in eurem Unternehmen – offen oder verschlossen, direkt oder indirekt, formal oder informell. Wie fließen Informationen? Wie werden Fehler angesprochen? Wie ist der Ton zwischen Kolleg*innen und Führungskräften? 

  1. Geschichten

Die Erzählungen und Anekdoten die bei euch kursieren prägen das Selbstbild und damit die Kultur. Warum wurde euer Unternehmen gegründet? Welche Wendepunkte gibt es? Welche Erlebnisse werden geteilt und weitergegeben? Solche Storys wirken nachhaltig.

Das war die Kurzform.
Wenn du mehr wissen willst über die Faktoren, die eine Unternehmenskultur definieren, dann haben wir was für dich: In unserem Artikel Unternehmenskultur & Kulturwandel gehen wir darauf sehr detailliert ein.



Tools

6. Tools und Methoden, um die Unternehmenskultur zu definieren

Wie du zentrale Werte definieren kannst, die Verhalten und Interaktionen deiner Mitarbeiter prägen.



Die gängigen Methoden um Kultur zu beschreiben sind Mitarbeiter-Befragungen, Workshops, Kultur-Audits und die Auswertung von externen Rückmeldungen wie Arbeitgeber-Bewertungen und Kunden-Feedback. 

Wir haben mit all dem schon gearbeitet und im Laufe der Jahre unsere gesammelte Erfahrung genutzt und eine Methode entwickelt, die schnell und zuverlässig Organisationskulturen beschreibt. Nicht nur das: uns war es wichtig, dass dieser Prozess den Teilnehmenden nicht nur Erkenntnisse bringt, sondern auch Spaß macht und dass er die Menschen im Unternehmen dazu anregt auch nachhaltig über ihr Miteinander und über das was Ihnen am Arbeitsplatz wichtig ist, zu sprechen.

Und: du kannst sie einfach kostenlos ausprobieren – melde dich bei mir!

Das Tool um Unternehmenskultur schnell und unkompliziert zu definieren: die Value Party

Um die Werte zu identifizieren, die in deinem Unternehmen vorherrschen haben wir ein Fragesystem erstellt, das für alle leicht zugänglich ist. Die Value Party kann jeder Mitarbeitende bequem per App nutzen, es gibt aber auch die Möglichkeit gemeinsam vor Ort mit der Value Party zu arbeiten, egal, wie groß die Gruppe ist und auch, wenn es mehrere Gruppen gibt. Live macht es natürlich besonders viel Spaß, denn alle kommen ins Gespräch über die Fragen, die wir weiter oben schon genannt haben:

  1. Welche Werte haben die Menschen im Unternehmen persönlich?

Was brauchen die Individuen in deiner Organisation, um gut arbeiten zu können? Wie wollen sie miteinander umgehen? Was ist ihnen wichtig? Eher Firmenwagen und hohe Position oder Sinnhaftigkeit und Homeoffice?

  1. Welche Werte werden im Unternehmen aktuell gelebt?Wie zeigt sich eure jetzige Kultur? Was ist der Ist-Zustand?
  2. Welche Werte braucht es, damit dein Unternehmen in Zukunft erfolgreich sein kann?Nachdem ihr über die aktuelle Situation, sowie Mission und Vision gesprochen habt, überlegt ihr gemeinsam, welche Werte euch helfen, um eure Ziele zu erreichen. Der Soll-Zustand.

Danach werden die 3 Ergebnisse in Relation gesetzt, also Soll- und Ist-Werte verglichen. Ziel ist es Werte zu definieren, die vorteilhaft für Unternehmen und Mitarbeitende sind. Dann folgt, wie oben beschrieben, die Definition von Leitsätzen und Verhalten, so dass ihr eure Unternehmenskultur optimal ausrichten könnt. 

Dies wird oft in den einzelnen Teams oder Abteilungen gemacht, welche dann Botschafter*innen senden, so dass nicht in jedem Schritt alle beteiligt sein müssen.

Wie ein Kulturwandel ablaufen kann, beschreiben wir in einem detaillierten Artikel.



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Wissenschaftlicher Hintergrund der Value Party

Die Value Party basiert auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Psychologen Clare W. Graves und deren Weiterentwicklung durch Graves´ Schüler Cowan und Beck zu Spiral Dynamicseinem Wertesystem, dass nicht nur in Unternehmen, sondern auch in der Politik Anwendung fand und findet, zum Beispiel durch Bill Clinton und Nelson Mandela.

Klingt interessant? Hier kannst du noch mehr erfahren: Value Party

7. Fehler, die es zu vermeiden gilt

Vage, oberflächliche Beschreibungen

Warum es nicht ausreicht, nur allgemeine Begriffe zu verwenden á la „Wir sind innovativ“.

„Wir haben Respekt und Vertrauen“ – sowas finden alle gut. Niemand würde sagen: „Das wollen wir nicht!“ Aber so gefällig diese Werte klingen mögen, so wenig sagen sie über die konkrete Kultur eines Unternehmens aus. Für jeden kann der Begriff Respekt etwas anderes bedeuten: „Respekt ist für mich, wenn ich in Ruhe gelassen werde, weil das zeigt, dass man meine Arbeit wertschätzt.“ oder „Respekt ist, wenn meine Führungskraft sich Zeit für mich nimmt, weil sie dann zeigt, dass ich ihr wichtig bin.“ oder „Respekt ist, wenn man mir die Hand schüttelt.“ 

Ein häufiger Fehler ist es, dass die ermittelten Werte nicht weiter ausgerollt werden, denn dann bleiben sie Worthülsen, die ihre Wirkung nicht entfalten können. Insofern ist es unerlässlich, dass Werte mit Leitsätzen untermauert werden. Nur so wird klar, was konkret von den Menschen im Unternehmen gefordert wird, damit Respekt oder Vertrauen tatsächlich entstehen können.

Diskrepanz zwischen beschriebenen und gelebten Werten

Wie eine Kultur, die nur auf dem Papier existiert das Vertrauen der Mitarbeitenden schwächt. 

Die Beschreibung einer Unternehmenskultur kann auch nach hinten losgehen: im suboptimalsten Falle ist die Unternehmenskultur nicht von allen Mitarbeitenden definiert, sondern vom Management erdacht worden und beschreibt nur, dass die Mitarbeitenden engagiert, ordnungsgemäß und selbst organisiert arbeiten sollen. Aber die Führungskräfte, die maßgeblich Kulturgestaltende sind, werden nicht angefasst. Das ist wie ein Feigenblatt, es nutzt überhaupt nichts und führt sogar eher dazu, dass Menschen nochmal aufs Butterbrot geschmiert kriegen, was nicht funktioniert und sich gegängelt fühlen. Die Definition der Kultur wird – zu Recht – als Schönwetter-Blabla empfunden, das mit dem tatsächlichen Arbeitsalltag nichts zu tun hat. So entsteht der Eindruck, dass man dem Gesagten nicht trauen sollte und dass für unterschiedliche Positionen unterschiedliche Regeln gelten.

Deshalb ist es besonders wichtig immer wieder zu prüfen, ob die definierte Kultur tatsächlich gelebt wird mit besonderem Blick darauf, wie sich Führungskräfte diesbezüglich verhalten.



8. Unternehmenskultur als lebendiges Konzept: Wie oft sollte sie aktualisiert werden?

Warum es wichtig ist, die Unternehmenskultur regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen

Anpassung an permanenten Wandel

Wir alle wissen – die Welt ist im Wandel: Märkte und Kundenwünsche ändern sich, technische Neuerungen tauchen auf, die politische Lage ist in dauerhaftem Wandel – und das alles geht ziemlich schnell und unvorhersehbar von statten. Es gibt sogar ein eigenes Wort für diese Ungewissheit: VUCA.

In Anbetracht der permanenten externen Veränderungen, sollte sich dein Unternehmen regelmäßig überprüfen und fragen: 

  • Sind wir noch richtig aufgestellt? 
  • Arbeiten wir noch richtig? 
  • Müssen wir unsere Arbeitsweisen verändern? 

Um in der jeweiligen aktuellen Situation erfolgreich zu sein, braucht es einen Blick auf die Unternehmenskultur, denn eure Kultur unterstützt oder behindert die Arbeit.

Jährliche Kulturabfrage

Wir empfehlen einmal im Jahr eine Kulturabfrage zu machen, zum Beispiel mit der Value Party App. So kann jeder im Unternehmen einfach Rückmeldung dazu geben, wie er oder sie die Lage im Unternehmen derzeit betrachtet. Denn wenn erstmal ein Bewusstsein für Kultur geschaffen ist, ist das die einfachste und günstigste Möglichkeit zu schauen, ob die Ausrichtung im Unternehmen noch passt. 

Kulturteam

Wir regen unsere Kunden an, nach einem Kulturprozess das Thema Kultur nicht einfach wieder brach liegen zu lassen, sondern ein Kulturteam zu etablieren. Das sind Mitarbeitende, die permanent das Thema Kultur hinterfragen, daran arbeiten, mit  Kolleg*innen im Austausch sind, anregen und so das Thema Kultur immer wachhalten. So sorgt ein Unternehmen für eine flexible, sich immer wieder den Umständen anpassende Kultur.



Die Definition eurer Unternehmenskultur als Schlüssel zum Erfolg

Du siehst, eure Unternehmenskultur genau zu beschreiben ist grundlegend für den Erfolg deines Unternehmens.

Die Annahme, dass eine klar definierte Organisiationskultur eine verzichtbare Teammaßnahme sei, die man mal spaßeshalber macht, wenn gerade Zeit und Geld da sind, könnte falscher nicht sein.

Wenn dein Ziel ist…

  1. …eure Unternehmensziele zu erreichen,
  2. …Engagement und Performance der Mitarbeitenden zu steigern,
  3. …die richtigen Mitarbeitenden anzuziehen,
  4. …Kündigungen zu vermeiden und stattdessen Mitarbeitende im Unternehmen zu halten,
  5. …Prozesse und Abläufe im Unternehmen effizienter zu gestalten,
  6. …Teamgeist zu nutzen, um Abteilungs-übergreifend zu arbeiten,
  7. …Leistungs-Bremsen wie Dienst nach Vorschrift und innere Kündigung zu verhindern,
  8. …mögliche Schwierigkeiten und Entwicklungen zeitig zu identifizieren,
  9. …lösungsorientiertes, auf Ziele ausgerichtetes Arbeiten zu initiieren,
  10. …Onboarding zu vereinfachen, um Arbeitszeit zu sparen
  11. …Konflikte zu entschärfen, die sonst viel Zeit und Geld kosten,

dann solltest du dich mit eurer Kultur befassen, statt an allen Baustellen einzeln zu werkeln. 

Denn erreichte Unternehmensziele, schlanke Prozesse, ein Team, dass sich gegenseitig unterstützt und motivierte Mitarbeitende bringen deinem Unternehmen nicht nur eine gute Arbeitsatmosphäre, sondern bares Geld.



Was sind deine Erfahrungen zum Thema Unternehmenskultur? Und welche Themen wünschst du dir in unserem Blog? Lass uns doch gerne einen Kommentar da.

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Die Autorinnen

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Kassandra Knebel
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Susanne Grätsch

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